Der gesamte Verdauungstrakt des Menschen ist ungefähr 6 m lang. Davon nimmt der Dünndarm fast 5 m ein (Verdauung).

Unmittelbar an den Magen schließt zunächst der Zwölffingerdarm an, der seinen Namen seiner Form verdankt, die zwölf aneinandergelegten Fingern ähnelt.

Während die Nahrung im Magen in ihre verschiedenen Bestandteile zerlegt wird, werden durch die Wand des Dünndarms vor allem die verschiedenen Nahrungsbestandteile in den Organismus geleitet. Für diesen Austauschprozess ist die Wandoberfläche des Dünndarms durch Taschen, Höhlen und Zotten enorm vergrößert. Aber im Dünndarm findet auch eine weitere Aufbereitung des Nahrungsbreis statt. Dafür nimmt sich der Dünndarm relativ viel Zeit: Pro Minute verarbeitet er ca. zwei Teelöffel Speisebrei, die ihm entsprechend dosiert vom Magen angeliefert werden. Ähnlich wie der Magen enthält auch der Dünndarm verschiedene Verdauungssäfte und Enzyme, die sich allerdings von denen des Magens stark unterscheiden. So wird zum Beispiel die Salzsäure aus dem Magen im Dünndarm mit Hilfe des in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Natriumcarbonats wieder neutralisiert. Aus dem Gallengang in der Leber kommt die Gallenflüssigkeit, die vor allem Fett löst (Galle).

Im Dünndarm werden die verwertbaren Stoffe aufbereitet und bei Bedarf in die Blutbahn abgegeben. Die unverwertbaren Stoffe, die ausgeschieden werden müssen, gelangen dagegen in den Dickdarm, in dem aus dem noch flüssigen Nahrungsbrei der relativ feste Stuhl gebildet wird. Während sich im Dünndarm nur wenige Bakterien befinden, ist der Dickdarm dicht mit ihnen besiedelt. Sie leben von den Stoffen, die wir nicht verwerten können. Bis zu 500 verschiedene Bakterienarten können sich in unserem Darm niederlassen. Darunter manchmal auch schädliche Keime, mit denen man sich zum Beispiel in fremden Ländern infiziert, wo sie für die dort lebenden Menschen gar nicht schädlich sind.

Die in aller Regel positive Wirkung der Darmbakterien kann durch Antibiotika gestört werden, da diese mit den schädlichen Mikroorganismen im Körper auch die nützlichen im Darm abtöten (Darmflora). Hauptaufgabe des Dickdarms ist es, dem unverwertbaren Nahrungsrest die Flüssigkeit zu entziehen. Dabei wandert der Brei vom Dünndarm am Blinddarm vorbei in den Mastdarm und schließlich in den Enddarm, wo er entsprechend verdickt schließlich durch den kräftigen Schließmuskel des Afters nach außen gelangt.